Projektgruppe Präeklampsie/HELLP-Syndrom :
An der Frauenklinik der Technischen Universität ist seit vielen Jahren die Erforschung pathophysiologischer Zusammenhänge der Präeklampsie etabliert. Darüber hinaus werden neue Behandlungsstrategien zur Behandlung hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen – insbesondere beim HELLP-Syndrom - untersucht.
Die Präeklampsie ist eine der bedeutsamsten Ursachen maternaler und neonataler Morbidität und Mortalität und steht in westlichen Industrieländern an zweiter Stelle der Frühgeburtlichkeitsstatistik. Unter Leitung von Priv. Doz. Dr. Thorsten Fischer und Prof. Dr. KTM Schneider werden folgende Fragestellungen zur Pathophysiologie der Präeklampsie bearbeitet:
In der Vergangenheit konnte gezeigt werden, dass die sympathische vasokonstriktorische Aktivität nicht nur bei Schwangeren mit Präeklampsie, sondern auch bei Risiko-Schwangeren, die an einer Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft litten, erhöht ist. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass sich das vaskuläre Reaktionsprofil bei Patientinnen mit Präeklampsie (reduzierte vasodilatatorische Kapazität) gegenüber jenen Frauen mit HELLP-Syndrom unterscheidet. Die Arbeiten zur Rolle des autonomen Nervensystems bei der Präeklampsie und die Studien zu den pathophysiologischen, endothelialen Veränderungen bei der Präeklampsie werden an der Frauenklinik der TU München weitergeführt. Die Projektgruppe arbeitet in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Präeklampsie am Max-Delbrück-Institut in Berlin/Buch. Es konnte ein vasokontriktorisch, agonistisch wirkender Autoantikörper gegen den Angiotensin AT1-Rezeptor bei Frauen mit Präeklampsie und HELLP-Syndrom nachgewiesen werden. Diese Untersuchungen tragen dazu bei die Zusammenhänge zwischen autonomen Nervensystem, Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und endothelialer Dysfunktion zu klären. Darüber hinaus wurden thrombophile Ursachen als Co-Faktor für die Pathopysiologie der Präeklampsie untersucht. Bisher war v.a. die Rolle der Faktor-V-Leiden und der Prothrombin-Mutation G202210A von Interesse. Fortgesetzt werden die Arbeiten zur Erforschung des heriditären thrombophilen Risikoprofils bei der Präeklampsie. Wissenschaftliche klinischer Schwerpunkt ist die peripartale Betreuung von Schwangeren mit chronischer Niereninsuffizienz und HELLP-Syndrom. Dem HELLP-Syndrom kommt insofern eine besondere Bredeutung zu, da im etablierten klinischen Management Schwangere mit HELLP-Syndrom nach Diagnosestellung bisher zügig – unabhängig vom Gestationsalter - entbunden wurden. Nachteil dieses Vorgehens ist die hohe Frühgeburtenrate mit konsekutiver neonataler Morbidität. Unsere Arbeitsgruppe konnte ein viel beachtetes Verfahren der Schwangerschaftsverlängerung unter einer Glukortikoidtherapie etablieren. Die Erfahrungen sind inzwischen so umfangreich, dass die Schwangerschaftsverlängerung bei Frauen mit HELLP-Syndrom und niedrigem Gestationsalter (<34. kpl. SSW) im klinischen Alltag an der TU München eingeführt ist und außerhalb von Studien durchgeführt wird. Zukünftig sind dagegen die Einflüsse verschiedener Prolongationsverfahren, insbesondere die Behandlung mit und ohne einer Langzeitsteroidtherapie, unter Studienbedingungen zu klären.
Projektgruppe Präeklampsie/HELLP-Syndrom
Aktuelle Fragestellungen (Präeklampsie):
1. Rolle des autonomen Nervensystems bei der Präeklampsie und bei Frauen mit hypertensivem Risikoprofil
2. Endotheliale Funktion bei der Präeklampsie und beim HELLP-Syndrom
3. Rolle von vasokonstriktorischen, agonistischen Autoantikörpern gegen den Angiotensin AT1-Rezeptor beim HELLP-Syndrom
4. Thrombophiles Risikoprofil bei der Präeklampsie
5. Einfluss von Glukokortikosteroiden auf den klinischen Verlauf des HELLP-Syndroms
6. Plazentare Invasionsfaktoren in der Pathogenese der Präeklampsie und des HELLP-Syndroms
7. Differentielle Genexpression in der Plazenta bei Präeklampsie und HELLP-Syndrom
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